Coaching für Schüler der Ritter-von-Spix Mittelschule Höchstadt/Aisch

Projektziele

Schüler und Schülerinnen der Mittelschulen haben es besonders schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ziel ist daher die Begleitung der Schüler in den letzten Jahren der Mittelschule bis zur Findung eines Ausbildungsplatzes. Das Projekt beugt Jugendarbeitslosigkeit vor, begünstigt die Annäherung zwischen den Generationen und bietet Älteren eine sinnerfüllende, verantwortliche Aufgabe.

Der Arbeitskreis Schülercoaching Höchstadt arbeitet nach dem Prinzip des Cadolzburger Modells mit Unterstützung der Stiftung Der Schülercoach.


Die Coaches

Als Coaches fungieren berufserfahrene Bürger und Bürgerinnen der Stadt Höchstadt und umliegender Gemeinden die bereit sind, sich in die Situation der Jugendlichen hineinzuversetzen. Sie sollen geduldig, offen, und bereit sein, ihre Lebens- und Berufserfahrungen an einen jungen Menschen weiterzugeben.

Der Coach kann dem Jugendlichen helfen, seine eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln.

Aufgaben der Coaches:

  • Sie hören zu, nehmen sich Zeit, bauen eine Beziehung zu den SchülerInnen auf. Sie stehen den Jugendlichen zur Seite und helfen ihnen durch Verstehen und Kommunikation.  
  • Sie reflektieren das Verhalten und die persönliche Lebenssituation der Jugendlichen, machen Mut und zeigen neue Wege auf.
  • Sie unterstützen bei Schwierigkeiten in der Schule.
  • Sie motivieren zur Teilnahme an ausgewählten Freizeitprogrammen und Förderunterricht, den die Schule anbietet.
  • Sie unterstützen bei der Berufsfindung und Suche von Praktikantenstellen
  • Sie begleiten bei der Suche eines Ausbildungsplatzes.
  • Sie halten die SchülerInnen in weniger lustvollen Phasen bei der Stange. Durch konstruktive Kritik erhalten die Jugendlichen ein Feedback über ihr Tun.

Die Tätigkeit der Coaches ist ehrenamtlich. Sie werden auf ihre Tätigkeit fachlich vorbereitet und begleitet.


Die Schüler

Zielgruppe sind SchülerInnen, die der Unterstützung bedürfen und bereit sind, Hilfe von einem erfahrenen Coach entgegenzunehmen, die sich weiterentwickeln wollen und bereit sind, dafür eine verbindliche, zeitlich befristete Verbindung einzugehen.

Die Teilnahme ist freiwillig. Die Erziehungsberechtigten erklären durch Unterschrift ihr Einverständnis. Die Schule nimmt eine wichtige Schlüsselfunktion für die Auswahl der Patenschüler wahr.


Ablauf

Das Coaching geschieht in Tandems. Das heißt, ein Erwachsener betreut jeweils einen Schüler.

Abhängig von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Coaches schlägt die Schule SchülerInnen zur Teilnahme am Coaching vor. Eine geeignete Person führt mit jedem Schüler ein Eingangsgespräch durch. Wenn der/die SchülerIn bereit ist, am Coachen teilzunehmen, erhält diese/r ein Formular, mit dem die Eltern durch Unterschrift ihr Einverständnis erklären. Basierend auf den Ergebnissen der Eingangsgespräche werden die Tandems zusammengestellt.

Tandems treffen sich zu vertraulichen Gesprächen unter vier Augen in der Regel wöchentlich. Die Dauer der Gespräche ist jeweils 1 – 1,5 h und richtet sich nach den Erfordernissen. Die Treffen können an jedem von den Partnern vereinbarten Ort stattfinden.

Nach den ersten drei bis vier Treffen hat der Schüler die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen von der Teilnahme am Coaching zurückzutreten. Wenn die Ursache in der fehlenden Chemie zwischen Coach und Schüler liegt, wird die Leitung versuchen, für den Schüler einen anderen Coach zu finden. Der Coach weist den Schüler auf die Möglichkeit des Rücktritts hin.

Inhalt der regelmäßigenGespräche sind in der Regel Fragen des Schulalltags und der beruflichen Perspektiven, anstehende Projekte und Entscheidungen sowie persönliche Fragen.

Nach den ersten Gesprächen unterschreiben Coach und SchülerIn eine gemeinsame Vereinbarung über ihre Zusammenarbeit und deren Ziele sowie Teilnahme an freiwilligen Förderangeboten der Schule. Die Zielvereinbarung sollte immer wieder überprüft und ggf. angepasst werden, denn Ziele können sich ändern.

In regelmäßigen Abständen finden fachlich moderierte Gespräche zum Erfahrungsaustausch zwischen den Coaches statt.


Grenzen

Die Coaches helfen den SchülerInnen in der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Das Projekt ist jedoch kein Medium für kostenlosen Nachhilfeunterricht. Es muss darauf geachtet werden, den Jugendlichen nicht zu überfordern. Der Coach muss klare Grenzen setzen und deutlich machen, dass dieses Projekt zwar für die persönliche Entwicklung des Jugendlichen förderlich ist, aber keine Gewähr für die Verschaffung einer Lehrstelle übernommen werden kann und soll.


Aufnahme neuer Coaches

Jeder am Coaching Interessierte wird durch ein Mitglied der Leitung über das Coachingprojekt informiert.

Der Interessent unterschreibt eine Ehrenerklärung und legt ein erweitertes Führungszeugnis vor. Die Beantragung eines erweiterten Führungszeugnisses für das Coachingprojekt ist bei der Stadtverwaltung Höchstadt kostenlos.

Zur fachlichen Vorbereitung neuer Coaches findet eine Einführungsveranstaltung statt. Im Anschluss an die Einführungsveranstaltung wird der Coach in den Arbeitskreis aufgenommen.


Monitoring, fachliche Unterstützung

Durch ein Monitoring der Arbeit der Tandems soll einerseits sichergestellt werden, dass die Schüler die Unterstützung bekommen, die der Zielsetzung des Coachingprojekts entspricht, andererseits soll dem Coach rechtzeitig Unterstützung angeboten werden, wenn Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Schüler entstehen, auch wenn der Coach diese möglicherweise nicht selbst erkennt.

Die Coaches treffen sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch. In diesen Treffen berichten die Coaches über den Fortschritt ihres Tandems, es werden Probleme erörtert und ggf. fachliche Unterstützung eingeholt. Bei Bedarf werden Referenten zur fachlichen Weiterbildung eingeladen. Die Teilnahme an diesen Treffen ist für die Coaches verpflichtend. Bei Verhinderung ist eine Abmeldung erforderlich.

Die Schüler werden in regelmäßigen Abständen über den Fortgang des Coachings aus ihrer Sicht befragt.

Werden Störungen im Ablauf des Coachings festgestellt, versucht die Leitung in Absprache mit dem entsprechenden Coach Lösungen zu finden.


Die Leitung

Die Leitung besteht aus dem Konrektor der Mittelschule und einem benannten Stellvertreter aus den Reihen der Coaches.

Zur Aufgabe der Leitung gehört u. a.

  • die Koordination der monatlichen Treffen
  • Sicherstellung der Berichterstattung der Coaches und des Erfahrungsaustauschs
  • Organisation der Weiterbildung
  • das Monitoring
  • Werbung neuer Coaches
  • Öffentlichkeitsarbeit
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